Seit Sommer 2017 habe ich mich fotografisch etwas näher und mehr mit Bachläufen im Schwarzwald beschäftigt.

 

Zum Einsatz kamen neben kniehohen und gefütterten (für den Winter sehr empfehlenswert) Gummistiefeln oder Surferschuhen im Sommer natürlich ein stabiles Stativ, Vollformatkamera, Kabelauslöser, Polfilter, ND-Filter  und Objektive von 16 mm bis 200 mm Brenn- weite.

 

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie märchenhaft und oft sogar mystisch ein "einfacher" Bach im Sommer, im Herbst oder im Winter den Betrachter in seinen Bann zieht. Die vielen kleinen Schwünge, die das Wasser um Steine oder Treibholz macht bilden zusammen mit dem Bachufer und den Steinen interessante Linien, die einen manchmal fast magisch ins Bild ziehen. Wenn sich dann noch die Vegetation in kräftigen Farben zeigt und das Moos die vielen Steine und Felsen überzieht, fühlt man sich im Tal der Feen und Fabelwesen. So von den zahlreichen Eindrücken eingenommen, muss man beim Laufen durch den Bach schon etwas aufpassen, dass man kein unfreiwilliges Bad nimmt - mir ist es in den Monaten einmal passiert und ich konnte die Kamera gerade noch mit dem Arm über Wasser halten. Der Rest war nass - Gott sei Dank war es Sommer und die Temperaturen plus ein paar Wechselsocken machten mich bald wieder trocken.

Wenn man Bachläufe fotografieren will, sollte der Bach auch genügend Wasser führen. Im sehr heißen Sommer 2017 war das nicht immer gegeben und so war nicht jeder Ausflug mit wirklich fotogenen Ergebnissen versehen. Das saftige Grün der Blätter und Moose ist kräftig in seiner Farbe und man war zumindest draußen in der Natur, aber den Bildern fehlt was:

Hat es jedoch vorher ein paar Tage kräftig geregnet und die Bäche führen genügend Wasser, zeigt sich für mich erst so richtig die ganze Schönheit dieser Täler bzw. Schluchten im Schwarzwald. Wenn dann auch noch die ersten Blätter ihr Grün verlieren und so langsam die bunten Farben des Herbstes annehmen, präsentiert sich die Natur in einem vielfältigen Kleid:

Mitten im Herbst - bei mir war es Ende Oktober - konnte ich die bereits mehrmals besuchten Orte in einem leuchtend Gelb-Orange erleben. Die kleineren und größeren Rinnsale kontrastierten durch eine Langzeitbelichtung sehr gut als helle Bereiche mit den bunten Farben der Blätter, Moose und Bäume:

Ist im Winter das bunte Spektakel vorbei, bringen Schnee, Eis und eine deutlich kühlere Farbe wiederum eine andere, aber nicht minder interessante Stimmung in die Landschaft und lassen die Wasserläufe für mich zumindest deutlich "ruhiger" erscheinen. Vielleicht liegt es auch daran, dass man in dieser Jahreszeit so gut wie keinen Menschen an diesen Orten trifft - ich zumindest hatte das Glück und konnte nach teilweise einstündigem Fußmarsch durch einen tief verschneiten Wald bergauf die Stimmung alleine genießen und verspürte eine tiefe Ruhe und war einfach glücklich:

Am Anfang erwähnte ich, dass ich Brennweiten bis 200mm (teilweise sogar mit 1,4er Konverter) verwendet habe. Warum? Weil ich an den vielen kleinen Kanten und Fällen Details der vielen Farben und Strukturen aufnehmen wollte. Verringert man die Belichtungszeit auf max. 1 Sekunde, bekommt man anders als bei den oben gezeigten Bildern eine deutliche Struktur ins Wasser. Für mich eine interessante Alternative zu den wattigen Wasserläufen der Weitwinkelaufnahmen. Kombiniert mit den Farben, die sich durch bunte Steine und der Sonne ergeben, erlebt man die Bachläufe nicht nur im Großen, in der Totalen, sondern taucht ein in die bunte Vielfalt der "Wassergeister":